Austausch zu Magnettechnologien und industrieller Souveränität
Zu Beginn des Jahres empfing die MIMplus GmbH in Pforzheim den Staatsminister für Europa, Gunther Krichbaum, begleitet von Andreas Renner, Landtagskandidat der CDU Pforzheim, und Martin Kunzmann, ehemaliger 1. Bevollmächtigter der IG Metall Pforzheim.
Anlass des Besuchs war die Auszeichnung des Unternehmens im vergangenen September mit einem bedeutenden Wirtschaftspreis für seine Entwicklung im Bereich „Hochleistungs-Seltenerdmagnete im Metallpulverspritzguss“.
Magnete sind zentrale Komponenten in zahlreichen Zukunftstechnologien. Permanentmagnete aus Seltenerdmaterialien zählen zu den leistungsfähigsten verfügbaren Werkstoffen in diesem Bereich.
"MIMplus hat ein innovatives Verfahren entwickelt, das es ermöglicht, diese Magnete in komplexen Formen mit maßgeschneiderter Magnetisierung herzustellen - ein technologischer Durchbruch, der bislang in dieser Form einzigartig ist", so Dr. Johannes Maurath, Leiter Forschung und Entwicklung bei MIMplus.
Ein weiterer entscheidender Vorteil liegt in der Nachhaltigkeit: Durch den Metallpulverspritzguss entstehe kaum Abfall, und bis zu 99 Prozent recyceltes Material werden im Herstellungsprozess eingesetzt. Dies entspricht nicht nur wirt-schaftlichen, sondern auch ökologischen Zielsetzungen, die zunehmend politische und industrielle Priorität genießen.
Perspektive Magnetcluster Baden-Württemberg
Im Rahmen der Veranstaltung diskutierten Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik die Perspektiven für einen Magnetcluster in Baden-Württemberg.
Eingeladen waren Prof. Dr. Carlo Burkhardt von der Hochschule Pforzheim und Prof. Dr. Gerhard Schneider von der Hochschule Aalen, die die Bedeutung eines solchen Clusters aus Forschungs- und Ausbildungssicht betonten.
Ein Center of Competence – Innovation and Education Hub könnte als Herzstück dienen: Forschung, Entwicklung, Recycling-Kompetenz und die Ausbildung von Magnet-Experten würden gebündelt, Innovationskraft und Wertschöpfungsketten gestärkt und die Abhängigkeit von ausländischen – insbesondere chinesischen – Lieferanten reduziert.
Die Europäische Union ist aktuell in hohem Maße von Einfuhren kritischer Rohstoffe abhängig. So stammen über 90 Prozent der für Permanentmagnete erforderlichen Seltenen Erden derzeit aus China, das zudem einen erheblichen Anteil der gesamten Raffinerie- und Weiterverarbeitungskapazität und -technologie kontrolliert. Diese Konzentration birgt erhebliche Risiken für Industrie und Versorgungssicherheit in Europa und Deutschland.
Ein Magnetcluster in Baden-Württemberg könnte dazu beitragen, eine strategische Technologieführerschaft in Schlüsselbranchen wie dem Automotive-Sektor und der Verteidigungsindustrie zu etablieren, neue Arbeitsplätze zu schaffen und die Nachhaltigkeit durch gesteigerte Recyclingquoten zu verbessern.
Prof. Schneider und Prof. Burkhardt betonten die Notwendigkeit, systematisch Lücken entlang der Wertschöpfungskette zu schließen und ein europäisches Innovations- und Ausbildungszentrum für Magnettechnologien aufzubauen.
Ziel müsse es sein, deutlich mehr Fachkräfte auszubilden und Europa technologisch resilienter zu machen.
Brücke zur Politik: Austausch mit wirtschaftlichem Mehrwert
Staatsminister Krichbaum würdigte die Leistung von MIMplus als Beispiel für mittelständische Innovationskraft in der Region und hob hervor, wie wichtig der Dialog zwischen Politik und Wirtschaft sei, gerade in Bereichen mit strategischer Bedeutung. Er betonte, dass das Thema der kritischen Rohstoffe und technologischen Souveränität von hoher politischer Relevanz sei und sicher auch auf Landes- und Bundesebene weiterhin begleitet werde.
Ausblick
Der Besuch unterstreicht die Relevanz von Magnettechnologien für industrielle Zukunftsfelder.
MIMplus wird den Austausch mit Partnern aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft weiter intensivieren, um Innovationen voranzutreiben und nachhaltige, technologisch unabhängige Wertschöpfungsstrukturen in Europa zu stärken.
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